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Mallorca: Insel mit grünem Herzen

Fast überall sind nun Sommerferien. Und Ferienzeit ist Urlaubszeit. Sommerzeit bedeutet für viele aber auch Meer. Wie versprochen geht es daher diesmal nicht in die Berge, sondern ans Wasser.

An der Küste Mallorcas: Wo Wellen brechen und Vögel nach Nahrung suchen
Mallorca: Insel mit grünem Herzen

Die meisten Menschen verbinden Mallorca mit Massentourismus, aufgrund ausufernder Feiern steht es in den Nachrichten oft schlecht da. Aber Mallorca ist noch viel mehr als das. 

Die spanische Insel liegt als grünes Herz der Balearen im Mittelmeer. Wer im Sommer schon mal da war, fragt sich jetzt vermutlich, wie ich die trockene, rote Erde als „grün“ bezeichnen kann.

Ganz einfach: Mit gut 20 Quadratkilometern Fläche beherbergt die Insel das größte Feuchtgebiet der Balearen. Der Parc Natural de s’Albufera ist vor allem bei Vogelkundlern ein bekanntes Ziel, denn hier leben bis zu 303 Vogelarten. Um diese zu beobachten, ohne sie zu stören, gibt es mehrere Beobachtungshütten und mehrere Kilometer Wanderweg.

Erfahrungsgemäß kommt man aber selten weit (wenn man sich nicht zum Weitergehen zwingt), denn fast überall lassen sich besondere Vogelarten entdecken. Beobachtet man gerade noch die jungen Säbelschnäbler im seichten Wasser, kommen auf einmal hundert Goldregenpfeifer angeflogen und lassen sich nieder. Besondere Highlights wie diese goldschimmernden Vögel lassen sich meist schon anhand der Hüttennutzung durch Ornithologen und Fotografen verorten. Je toller, desto voller. Dabei geht es aber trotzdem ruhig zu, denn jeder will die Vögel beobachten, ohne sie zu verschrecken.

Besonders ist aber auch, das die Vögel selten an denselben Stellen zu sehen sind. Dadurch gibt es immer wieder etwas zu entdecken. Direkt vom Weg aus kann man beispielsweise einen Nistkasten einsehen, in dem Schleiereulen sitzen.

Nicht nur Vögel gibt’s in Albufera

Doch das Schutzgebiet ist nicht nur für seine Vogelwelt bekannt. Orchideen und viele andere Pflanzen, ungiftige Vipernattern und Schildkröten gehören genauso dazu. Auch einige Pferde ziehen durch den Sumpf, ab und an einen Kuhreiher auf dem Rücken.

Albufera hat zwar bei Ornithologen von auswärts einen hohen Stellenwert. Was für diese fremd und höchst interessant ist, interessiert manch Einheimischen aber kaum. Auf die Frage, wo man das Purpurhuhn sehen könne, meinte ein Naturparkmitarbeiter nur schulterzuckend „theoretisch überall“, denn so selten ist es nicht. 

Und trotzdem waren wir total begeistert, als eines flink durch die Büsche huschte. Etwas größer als ein Blesshuhn, blauschimmernd mit einem kräftigen roten Schnabel machen die Ralle zu einer hübschen Erscheinung. Auch die Fotografen saßen andächtig vor dem Paar auf einer Flussinsel.

Serra de Llevante, Strand und Mee(h)r

Mallorca besitzt aber noch weitere grüne Herzen. Die Vegetation hat hier im Winter ihren Höhepunkt, im Februar beginnt alles zu sprießen. Es duftet und blüht überall.

Schön wandern lässt es sich dabei unter anderem auch im Parc Natural de la península de Llevant. Auf der gebirgigen Llevante-Halbinsel stehen 1.671 Hektar unter Schutz.
Hier brütet ein Paar der gefährdeten Mönchsgeier. Mehrere ihrer Verwandten, aber auch Gänsegeier, lassen sich mit etwas Glück beobachten, wie sie über der Steilküste ihre Kreise ziehen.

Im Februar schlüpfen dort auch die Kiefern- und Pinienprozessionspinner, die bereits vorgestellt wurden.

Um Natur auf Mallorca zu erleben, muss man aber auch manchmal einfach nur an den Strand gehen. Steinwälzer, Sandregenpfeifer und andere Watvögel spielen dort mit den Wellen und suchen nach Nahrung.

Mallorca ist also viel mehr als Massentourismus. Die versteckten Seiten der Insel sollten nicht unter diesem Vorurteil leiden. Sie bieten interessierten Gästen stundenlange Beschäftigung und Heimat für eine besondere Flora und Fauna. Zwischen Flughafen, Hotel, Bar und Strand verbirgt sich ein grünes Mallorca, das viele Urlauber nie kennenlernen.