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Leben über Grenzen

Der polnisch-tschechische Nationalpark Riesengebirge

Diese Woche soll nochmal ein gebirgiger Nationalpark vorgestellt werden, jedoch außerhalb der Alpen.

Nebelschwaden auf dem Weg zur Elbquelle im Riesengebirge
Neblige Kämme und windige Gipfel

Dicke Nebelschwaden ziehen einen grünen, unbewaldeten Berghang hinauf, erreichen den Kamm und erstrecken sich bis über die dahinterliegende Ebene. Dort befindet sich in 1.386 Metern Höhe die Elbquelle. Ein Rinnsal noch – und doch ein Touristenmagnet. 10 Millionen Besucher kommen jährlich in den Nationalpark Riesengebirge.

Dieser ist mit seinen eiszeitlich geprägten Granitfelsen, Mooren, Kämmen und Bergwiesen nicht nur landschaftlich besonders. Denn hier wird Naturschutz grenzüberschreitend möglich gemacht. Etwa 55 Quadratkilometer liegen in Polen, im Karkonoski Park Narodowy. Das Gebiet wurde dort zwar schon 1959 geschützt. Doch in Tschechien beträgt die seit 1963 ausgewiesene Fläche sogar 370 km² (Krkonošský národní park). Auch der höchste Berg Tschechiens, die Schneekoppe (1.603 m) liegt auf der Grenze.

Angepasst und unsichtbar

Aus den kniehohen Sträuchern seitlich des Kammweges – überwiegend Heidelbeere – schießt klatschend ein dunkler Schatten hervor. Laut flatternd dreht ein Birkhahn eine Runde. Er fliegt gerade so hoch, dass er die Vegetation nicht schleift. Ein Stück weiter verschwindet er wieder im Gesträuch. Nie würde man die heimlichen Hühnervögel an genau dieser Stelle vermuten, nur selten lassen sie sich entdecken.

Doch sie gehören ebenso zum Riesengebirge wie zahlreiche seltene Pflanzen und die rauhen klimatischen Bedingungen. An der Schneekoppe weht beispielsweise nur an etwa fünf Tagen im Jahr kein Wind, häufig ist es stürmisch. Schnee und Frost erschweren das Leben in Fels und Geröll. Nur wer sich anpasst, kann hier überleben. Dazu gehören auch spezielle Flechten, die am Gipfel der Schneekoppe und an anderen Stellen geschützt werden.  Seit 1992 soll das Riesengebirge aufgrund dieser Besonderheiten als UNESCO Biosphärenreservat erhalten werden.

Apropos Flechten: Um diese soll es in der nächsten Woche gehen. Und dann genug von hohen Bergen, danach geht es ans Meer!