Viele kennen die gelben Schilder mit der schwarzen Eule und der Aufschrift „Landschaftsschutzgebiet“. Aber was bedeutet das eigentlich? Wo ist der Unterschied zum Naturschutzgebiet, was soll damit bezweckt werden und was ist dort erlaubt?

Am weitesten verbreitet
Landschaftsschutzgebiete nehmen 27 % der Fläche Deutschlands ein. Insgesamt gibt es davon mehr als 8.900 Stück. Durch ihre weite Verbreitung haben viele Menschen sie quasi vor der Haustür, die entsprechenden Schilder sind bekannt.
Doch vielen ist unklar, was diese Schilder bedeuten. Im Gegensatz zu den Naturschutzgebieten sind die Landschaftsschutzgebiete nämlich frei zugängig und nutzbar. Auch land- und forstwirtschaftliche Nutzung dürfen nahezu uneingeschränkt stattfinden.
Aber wozu ist das Schutzgebiet dann gut?
Im Fokus steht der Erhalt der Landschaft, daher der Name. Dabei sind sowohl natürliche Eigenheiten als auch vom Menschen kulturell geschaffene Strukturen gemeint. Wie im Biosphärenreservat kann daher sogar eine Nutzung der Flächen notwendig sein, um sie zu erhalten.
Ziel sind die Bewahrung natürlicher Gegebenheiten für zahlreiche Arten sowie der Erhalt ihrer Schönheit und des Erholungswertes für uns Menschen.
Aber auch die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes steht im Fokus. Das bedeutet, dass die Natur sich dort von (und für) unsere Nutzung erholen kann. Auch indirekte Leistungen sollen dadurch ermöglicht werden. Dazu gehören Wasserhaushalt und Reinigungskraft der Wälder, von denen die Natur und wir profitieren.
Um diese Landschaft zu erhalten, dürfen die Flächen zwar bewirtschaftet werden, aber nur solange die Nutzung keinen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit und das Aussehen der Landschaft hat.
Die größten Auswirkungen hat diese weniger strenge Schutzgebietskategorie somit auf Infrastruktur und Industrie. Aufgrund der Vorgaben, wo neue Straßen, Siedlungen, Gewerbegebiete und ähnliches (nicht) ausgewiesen werden dürfen, wird die Versiegelung und der Flächenverbrauch zugunsten Natur und Landschaft gemindert.
Vermutlich haben Sie ein solches Schutzgebiet in Ihrer Nähe. Wenn Sie sich dennoch einen Überblick verschaffen oder auch andere sehenswerte Landschaften kennenlernen möchten, kann die interaktive Karte des BfN sehr interessant und hilfreich sein:
