
Wie im zuletzt vorgestellten Naturpark, werden auch im Biosphärenreservat Mensch und Kultur in den Naturschutz einbezogen. Die achtzehn Gebiete in Deutschland nehmen vier Prozent der Landesfläche ein. Sie sind jeweils in drei Zonen unterteilt:
Die Kernzone macht nur drei Prozent eines Biosphärenreservates aus. In ihr herrschen strenge Regeln wie in den Naturschutzgebieten. Sie dürfen nicht betreten werden, damit sich die Natur ungestört entwickeln kann.
In der Pflegezone, die sich über ein Fünftel der Fläche erstreckt, können eingeschränkt Nutzung und Pflege stattfinden. Diese sind teilweise sogar erforderlich, um Lebensräume und Arten zu erhalten, die von der Bewirtschaftung abhängig sind. In der Regel handelt es sich hierbei um Strukturen, die durch Menschenhand entstanden sind.
So würden beispielsweise Teiche als künstliche Gewässer verlanden oder Weiden zuwachsen. Speziell angepasste und konkurrenzschwache Arten verlieren dann ihren Lebensraum. Eine naturnahe, extensive Bewirtschaftung soll das verhindern.
Den größten Anteil macht die Entwicklungszone aus. Dort können die Menschen „normal“ leben und wirtschaften, jedoch wird eine naturverträgliche Lebensgestaltung gefördert. Hierzu gehört der Erhalt kultureller Eigenheiten, welche sich, wie mit der Teichwirtschaft, auch in der Landschaft widerspiegeln können.
Aber auch der Erholungswert der Natur wird in den Fokus gerückt. Das Bewusstsein für die Eigenheit und Schönheit der Natur soll sich im Alltag festigen und so zum wertschätzenden Umgang mit ihr beitragen. Das Miteinander von Mensch, Landschaft und Artenvielfalt wird gestärkt.

Ein Beispiel, diesmal aus Ostdeutschland
Auch in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft bestehen diese Ziele. Gut 300 Quadratkilometer gehören zu diesem Mosaik-Teil aus vielfältigen Feuchtlebensräumen und Teichen, Heideflächen und Kiefernwäldern. Zum Erhalt offener Flächen findet beispielsweise Beweidung statt.
Ebenso prägend ist die Teichwirtschaft, welche bereits seit Anfang des 13. Jahrhunderts dokumentiert ist. Nutzung und Natur sollen hier in Einklang gebracht werden, wodurch für viele Tierarten das Nahrungsangebot und zum Beispiel auch Nist- oder Laichplätze erhalten bleiben.
Von Fischotter bis Flussseeschwalbe können Besucher auf angelegten (Lehr-) Pfaden und dank einiger Beobachtungsplattformen die besondere Natur- und Kulturlandschaft erleben und Erholung finden.
Übersicht zu allen Biosphärenreservaten in Deutschland (BfN): https://www.bfn.de/daten-und-fakten/biosphaerenreservate-deutschland
