
Viele denken bei ‚Wespen‘ gleich an aufdringliche Plagegeister. Dass hierbei aber nur zwei der etwa 500 bis 700 Wespenarten in Deutschland infrage kommen, haben wir schon vor einem Jahr erfahren. Der Bienenwolf gehört nicht dazu.
Denn sein Name verrät bereits, wofür er sich auf Nahrungssuche wirklich interessiert: Bienen. Für uns Menschen und unsere Haustiere harmlos, macht die Wespe vor allem Jagd auf Honigbienen. Sie sticht nur, wenn sie sich akut bedroht fühlt.
Der Bienenwolf mag es gern sonnig und warm. In sandigen und feinkiesigen Böden legen die Weibchen ihre Bruthöhlen an, welche bis zu einem Meter lang sein können! In diese Röhren wird gelähmte Beute getragen, damit der Nachwuchs versorgt ist. Schon nach etwa drei Tagen schlüpfen die jungen Wespen, verspeisen den Vorrat und verpuppen sich nach circa zwei Wochen. Erst im nächsten Frühling schließen sie ihre Entwicklung ab.
All das bleibt für uns unter der Erde verborgen, obwohl der Bienenwolf nahrungsbedingt ein Kulturfolger ist. Die Einzelgänger sind noch regelmäßig anzutreffen. Das Versiegeln geeigneter Lebensräume und Nistmöglichkeiten macht ihm jedoch zu schaffen. Dabei reichen schon schmale Fugen zwischen Gehwegplatten aus, um diesen faszinierenden Räubern ein Zuhause zu bieten.

Wer schon mal beobachtet hat, wie der Sand fliegt, wenn ein Bienenwolfweibchen eifrig umher ist, weiß, warum die verschiedenen Grabwespenarten ‚Grabwespen‘ heißen…
Haben Sie sich schon mal über Löcher im Weg gewundert, aus denen der Sand herausflog? Oder haben sogar bereits einen Bienenwolf gesehen? Wenn nicht, schauen sie sich doch mal um, wenn sie auf einem Gehweg oder im Garten unterwegs sind.
