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Auf der Suche nach der „Himmelsziege“ und ihren Verwandten 

– Ja, wo sind sie denn?

Zu Ostern muss man suchen: Wo sind die Vögel? (Es sind 2!)

Was nach einem Aprilscherz klingt, stimmt wirklich: In manchen Sümpfen leben Moorochsen, Schilfschweine und Himmelsziegen. Jedoch verstecken sich hinter diesen Namen nicht die Tiere vom Bauern um die Ecke. Vielmehr beschreiben sie den Ruf einiger Vogelarten.

So soll der Ruf der Rohrdommel an Ochsen erinnern, das Quieken der Wasserrallen wird mit dem von Schweinen verglichen und die Laute der Bekassine sollen wie das Meckern einer Ziege anmuten.

Versteckt im Schilf…

Früher hat man sich diese Geräusche der vorwiegend dämmerungsaktiven Tiere nur so erklären können, dass entlaufenes Vieh irgendwo im Sumpf stecken muss. Die Vögel sind den Menschen oft verborgen geblieben und sind auch heute nur schwer zu entdecken. Denn sie leben recht heimlich und sind ausgesprochen gut getarnt.

Nicht nur die Dommeln, auch die Schnepfen haben ein braun gemustertes Gefieder, mit dem sie in ihrer Umgebung an kleinen Gewässern und in Schilfrändern unsichtbar werden. Zu diesen gehört auch die Bekassine.

Die „Himmelsziege“ und ihre in Mitteleuropa vorkommenden Verwandten sollen heute näher betrachtet werden. 

… und verborgen im Wald

Den Anfang darf jedoch die Waldschnepfe als größte Vertreterin der Schnepfen machen. Sie wird in etwa so groß wie eine Taube. Ihr Name kommt daher, dass sie in lichten Laub- und Mischwäldern brütet, insofern es dort feucht genug ist. Mit ihrer dunklen Färbung ist die Waldschnepfe am Waldboden und im alten Laub fast nicht zu entdecken. Im April und Mai balzen die Männchen jedoch in der Dämmerung über den Baumwipfeln.

Als Nest dient eine Mulde am Boden, die mit Moosen und Blättern gepolstert wird. In Deutschland steht die Art auf der Vorwarnliste der Roten Liste, doch noch gibt es etwa 30.000 Brutpaare.

Ein unscheinbarer „Zwerg“ zu Gast

Die Zwergschnepfe brütet hingegen gar nicht bei uns und ist nur in der Zugzeit bzw. im Winterhalbjahr anzutreffen. So kann sie nach der Brutsaison, welche sie in Skandinavien und Nordosteuropa verbringt, ab September entdeckt werden. Einzelne Vögel verbringen den Winter hier, viele fliegen aber bis Afrika. Im März erreicht der Rückzug seinen Höhepunkt.

Wichtig sind für die Zwegschnepfen vor allem Deckung und Schlammflächen, in denen sie nach Insektenlarven, Würmern und Schnecken stochern kann. So ist sie nicht nur in Sümpfen, sondern auch an Grabenrändern und auf nassen Wiesen anzutreffen.

Insofern man sie überhaupt bemerkt, denn wie die Waldschnepfe ist sie sehr heimlich und gut getarnt. Zudem ist die Zwergschnepfe nur halb so groß wie ihre Verwandte, daher der Name.

Ihre Gefiederzeichnung ähnelt der der Bekassine stark. Sie besteht aus verschiedenen Brauntönen sowie hellen Streifen am Rücken. Jedoch hat sie einen dunkleren Kopf und ihr Schnabel ist wesentlich kürzer.

Wo ist die Himmelsziege?
Eine der Bekassinen aus dem obigen Suchbild. Konnten Sie den schönen Vogel entdecken?

Die Bekassine ist etwas größer, kann sich aber genauso gut tarnen. Die Schnepfen vertrauen darauf, nicht entdeckt zu werden und fliegen erst auf, wenn eine gewisse Distanz unterschritten wird. Das kann für den Beobachter oft auch sehr unerwartet passieren, wenn er an dieser Stelle überhaupt nicht mit einem der Vögel gerechnet hat. Viel zu sehen gibt es dann häufig nicht mehr. Und zu hören auch nicht, denn bei der Bekassine hört man zwar kurz ein Flügelgeräusch, die Zwergschnepfe verschwindet aber lautlos.

Geräuschvoll ist bei der Bekassine hingegen ihr Balzflug, woher auch der Name „Himmelsziege“ stammt. Bei dem „Meckern“, das tatsächlich an die gehörnten Tiere erinnert, handelt es sich jedoch um keinen Ruf. Die Töne entstehen im Flug durch das Rauschen der Schwanzfedern. In der Abenddämmerung ist die Wahrscheinlichkeit am größten, die Vögel zu beobachten. Manchmal lassen sie sich auch an schlammigen Teichufern entdecken, wo sie nach Nahrung suchend umherlaufen.

In Deutschland kommen sonst nur noch die ähnlich aussehende Doppelschnepfe und die hellere, grau-weiß gefärbte Pfuhlschnepfe vor. Beide sind jedoch eher seltene Durchzügler. An der Küste im Norden lassen sich vereinzelt auch die rastenden Männchen der Pfuhlschnepfe beobachten, die mit ihrem langen Schnabel und der orangenen Unterseite gut zu erkennen sind.

Frohes Suchen!

Nächste Woche sollen hier der „Moorochse“ und das „Schilfschwein“ vorgestellt werden. Um diese zu entdecken muss genauso gut wie bei den Schnepfen hingesehen werden. Also am besten schon mal beim Ostereiersuchen üben 😉

Und merken Sie sich die Verstecke gut, damit es Ihnen nicht wie dem Eichelhäher geht, der seinen Vorrat nicht vollständig wiederfindet…

Ich wünsche Ihnen frohe Osterfeiertage!