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Ein Park für Mensch und Natur?

Besenheide – Charakterart der Lüneburger Heide
Naturpärke in Deutschland

Nachdem letzte Woche das Naturschutzgebiet vorgestellt wurde, soll es diesmal um den Naturpark gehen. Somit folgt einer der strengsten Schutzgebietskategorien eine recht lockere Form. Denn für einen Naturpark gibt es weder eine Gebietsverordnung noch strenge Bestimmungen. Vielmehr geht es um einen Raum, in dem der Mensch gestaltend wirkt, wie schon der Name Park verrät.

Ein Naturpark kann zwar Natur- und Landschaftsschutzgebiete enthalten, geht aber flächenmäßig weit darüber hinaus. Die Kulturlandschaft wird bewusst einbezogen und soll gezielt erhalten werden. Allerdings steht eine naturfreundliche Nutzung im Fokus. Das bedeutet, dass etwa normal Landwirtschaft betrieben werden kann. Diese soll aber möglichst ökologisch und nachhaltig gestaltet werden.

Auch Bildung und Erholung werden naturnah ausgerichtet, das Erleben der Landschaft bildet einen wichtigen Bestandteil. Mit diesem Konzept wird den Menschen nichts weggenommen, dafür sind sie aufgefordert sich einzubringen. 

Die Natur kann sich hier zwar nicht frei entwickeln, aber zum Erhalt der Landschaft und vieler Arten kann dies schon beitragen. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland über einhundert Naturpärke, die mehr als ein Viertel der Landesfläche ausmachen. Auf der interaktiven Karte der Nationalen Naturlandschaften sind sie alle verzeichnet.

Ein Naturpark ist vielleicht kein Allheilmittel für alle Naturschutzbelange, jedoch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn wenn wir beim Arbeiten und Leben etwas Rücksicht nehmen und uns dafür das Erleben der Natur ermöglicht wird, steigt unser Bewusstsein für sie und die Wirksamkeit unserer Bemühungen.

Ein Beispiel: Die Lüneburger Heide

Einer der bekanntesten Naturpärke ist zugleich Deutschlands ältester. Die Lüneburger Heide als Naturpark erstreckt sich über knapp 1.100 Quadratkilometer. Bereits 1921 wurden die Schutzziele für das Gebiet benannt.

Im Fokus steht die nachhaltige Regionalentwicklung. Zu dieser gehören neben der entsprechenden Landschaftspflege auch Naturschutzmaßnahmen oder das Angebot von Erholungsmaßnahmen. Dadurch wird beispielsweise die namensgebende Heide erhalten und für die Gäste und Bewohner des Naturparks erlebbar gemacht.

Bei der Besenheide handelt es sich nämlich um eine Kulturlandschaft, die von Natur aus auf Dauer nicht so großflächig existieren würde. Mit ihr verbunden ist nicht nur ihre schöne Blüte, die zahlreiche Besucherinnen und Besucher anzieht, sondern auch eine besondere Artenvielfalt. Schmetterlinge, die von der Heide abhängig sind, oder offenlandbewohnende Vogelarten sind in der Lüneburger Heide heimisch. Hierzu zählt auch noch das stark gefährdete Birkhuhn. 

Doch auch weitere Lebensräume – vor allem Wald, aber auch Moore – machen die Lüneburger Heide wertvoll für Natur und Mensch.

Ein dem Naturpark ähnliches Konzept wird in einem Biosphärenreservat verfolgt. Dazu aber nächste Woche mehr…