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Kuckucksbienen: Ein Ei ins Nest gelegt

Wie bei den Wespen leben auch bei den Bienen die meisten Arten nicht im Insektenhotel, sondern beispielsweise in selbstgebauten Erdröhren. Offene, sandige Bodenstellen sind somit nicht nur für den Bienenwolf wichtig, der letzte Woche vorgestellt wurde. Ebenso leben die meisten Arten auch nicht in großen Staaten, die sich um eine Königin kümmern. Viele sind nämlich solitär, also einzelgängerisch.

Ein Ei ins Nest gelegt

Mit fast 600 Arten gibt es in Deutschland fast so viele Bienen- wie Wespenarten (600-700). Doch knapp ein Drittel davon hat noch eine weitere eher unbekannte Eigenschaft in ihrer Lebensweise. Diese Bienen leben als Brutparasiten und werden auch Kuckucksbienen genannt. Wie die namensgebende Vogelart legen sie ihre Eier in einem unbemerkten Augenblick in das Nest ihrer Wirtsart. Deren eigenen Larven werden nach dem Schlupf durch den „Kuckuck“ getötet oder verhungern, da die junge Kuckucksbiene alle Vorräte auffrisst. Durch Duftstoffe oder andere Tricks tarnt sie sich vor ihren Wirtseltern.

Wespenbienen gehören zu den Kuckucksbienen
(c) esiuL, kie-ker/ Pixabay

Später ernährt sich die Kuckucksbiene wie die meisten anderen Artengruppen auch von Nektar. Pollen sammelt sie jedoch keinen, da sie ja selbst kein Nest für den Nachwuchs anlegt. Deswegen hat sie auch weder die typischen Sammelbeine noch sieht sie ‚pelzig‘ aus.

Speziell, spezieller, Kuckucksbiene

Viele Bienen sind auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert. Mangelt es an diesen Futterpflanzen oder geeigneten Bodenstellen zum Nestbau, etwa durch Versiegelung, können diese Bienenarten nicht überleben. Viele stehen deswegen auf den Roten Listen.

Auf die Kuckucksbienen wirkt sich das ebenfalls aus. Wenn es ihren Wirtsarten nicht gut geht, finden auch sie keine Möglichkeit mehr, sich fortzupflanzen. Zudem sind einige der Kuckucksbienen auf bestimmte Bienenarten spezialisiert. Je seltener diese sind, desto gefährdeter sind auch die Kuckucksbienen.

Ihnen und ihren Wirtsarten kann man aber auch im Garten helfen: Wenn sie ihre Futterpflanzen und geeignete Bodenstellen vorfinden, siedeln sich die nützlichen Bestäuber gern an und lassen sich auch beobachten. Übrigens bestäuben auch die Kuckucksbienen Pflanzen, wenn sie während der Nahrungssuche von Blüte zu Blüte unterwegs sind.

Bei den Kuckucksbienen gibt es mehrere Artengruppen bzw. Gattungen, darunter etwa die Wespenbienen wie auf dem Bild. Ein paar weitere Gattungen werden hier genauer vorgestellt: https://www.wildbienen.info/biologie/parasitische_bienen.php