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Wachtelweizen = Weizen für die Wachteln?

Bei den Pflanzen des Jahres haben wir uns angesehen, dass anhand der Artnamen einige Eigenschaften einer Pflanze erkennbar sind. Bei dem Wachtelweizen ist dies aber nicht so.

Der Name der Pflanzengattung stammt von der Vermutung, dass Wachteln die Samen der Pflanze gern fressen würden. Wie so mancher früherer Glaube lässt sich aber auch diese Annahme nicht belegen. Schafe und andere Weidetiere lassen die Pflanzen der Wachtelweizen ebenfalls stehen, da sie leicht giftig sind.

Ackerwachtelweizen
Keine Wachteln, aber Schmetterlinge

Die schön blühenden Farbtupfer bieten dafür zahlreichen Hummeln, Wildbienen und anderen Insekten Nahrung. Einige haben sich sogar speziell an die langen Blütenröhren angepasst. Verschiedene Schmetterlingsarten mögen die Pflanzen ebenfalls. Darunter auch die Raupen des Wachtelweizen-Scheckenfalters, die sich von den Blättern ernähren.

Lila, gelb oder beides?

In Europa gibt es mehrere Arten des Wachtelweizens. In Deutschland sind regelmäßig vor allem der Wiesen-, der Acker-, der Hain- und der Waldwachtelweizen anzutreffen.
Doch auch hier sind die Namen irreführend.

Der hellgelbe Wiesen-Wachtelweizen wächst ebenso wie der rötlich-gelbe Waldwachtelweizen in lichten Wäldern und an Waldrändern.
Der Hainwachtelweizen bevorzugt einen ähnlichen Lebensraum, kann aber auch freier, nur von Gebüschen umgeben stehen.

Wiesen-Wachtelweizen, dem Waldwachtelweizen sehr ähnlich

Der rosa-lila-farbene Ackerwachtelweizen ist an Weiderändern anzutreffen. Früher wuchsen er und sein Verwandter, der Hainwachtelweizen, auch auf Feldern, wo sie als Unkraut nicht gern gesehen waren.

Der Hainwachtelweizen wirkt am farbenprächtigsten. Doch nur das Gelbe sind Blüten. Die lilagefärbten Teile sind in Wirklichkeit Hochblätter, die die Blüten schützen sollen. Dadurch ist diese Art optisch am Auffälligsten.

Der Hainwachtelweizen wirkt am buntesten – doch nur das gelbe sind Blütenblätter
Die Wurzeln anderer

Alle Arten wachsen in Form niedriger Gebüsche, häufig mehrere Pflanzen dicht beisammen. Sie bevorzugen nährstoffarme, eher trockene Böden.
Dort können sie überleben, da sie als Halbschmarotzer den Wurzeln von Bäumen oder Gräsern Nährstoffe entziehen.

Da zu dieser Jahreszeit im Wald nicht so viele andere Pflanzen blühen, freue ich mich über die kleinen gelben, etwas unscheinbaren Teppiche immer sehr. Haben Sie vielleicht auch schon mal einen der Wachtelweizen entdeckt?