So anspruchsvoll ihre Vorgaben sind, so vielfältig sind unsere Nationalpärke auch.
Nach internationalen Richtlinien sollte ein Nationalpark weitestgehend einem großen Naturschutzgebiet ähneln. Das bedeutet, dass großflächig Ökosysteme geschützt werden, die sich möglichst natürlich und ungestört entwickeln können. Wie auch im Biosphärenreservat ist ein Nationalpark hierzu in Zonen untergliedert. Auf wenigstens 75 % der Fläche sollte keine Nutzung erfolgen. Im übrigen Teil ist sie eingeschränkt möglich. Ziel ist, dass sich das Gebiet naturnah entwickeln kann.
Hierzu werden auch die Besucher gelenkt, welche das Gebiet auf den ausgewiesenen Wegen erleben dürfen. Zahlreiche Touristen nehmen dieses Angebot sehr gerne an.
Obwohl die Empfehlung für die Mindestgröße eines Nationalparks bei etwa einhundert Quadratkilometern liegt, nehmen die 16 Gebiete in Deutschland nur 0,6 % der Landesfläche ein.
Geschützt werden vor allem die Ökosysteme als Ganzes. Also keine einzelnen Arten, sondern Lebensräume mit dem gesamten Artenspektrum, das an diese Umgebung angepasst ist. Es handelt sich vor allem um natürlich entstandene Landschaften, die unter menschlichen Einflüssen zerstört würden und sich nur schwer neu entwickeln können.

Steinformationen, die einst unter Wasser lagen
So sind die für den Nationalpark Sächsische Schweiz markanten Sandsteine vor mehr als achtzig Millionen Jahren in der Kreidezeit entstanden. Zu dieser Zeit befand sich hier alles unter Wasser. Beliebt sind die Felsen und Höhlen nicht nur bei Kletterern, sondern auch bei vielen spezialisierten Pflanzen. Uhu, Wanderfalke und auch einige Fledermausarten fühlen sich dort wohl.
Doch das sind nur einige Vertreter, welche sich hier angesiedelt haben. Viele von ihnen brauchen die intakte Natur und eine störungsarme Umgebung. Andere zeigen wiederum die gute Wasserqualität an. So lässt sich in manchem Grund die Wasseramsel sehr schön beobachten.
Über diese freuen sich auch die 3,5 Millionen Gäste, die Jahr für Jahr den Nationalpark besuchen. Davon sind 1,5 Millionen auch Übernachtungsgäste. Das zeigt, dass die Menschen gern auch die Einschränkungen in Kauf nehmen, um dafür eine Natur zu erleben, die es sonst so nirgends gibt. Die Region hat zudem dank des Tourismus einen starken Wirtschaftszweig, der die fehlenden Nutzungsmöglichkeiten in anderen Bereichen ausgleicht.
Das zeigt: Natur ist nicht nur schön und hat einen anziehenden Eigenwert, sie lässt sich auch wirtschaftlich nutzen, ohne sie zu zerstören. Ihr Schutz lohnt sich also doppelt!
Weitere Besonderheiten
In Deutschland gibt es weitere, teils einzigartige Besonderheiten, die in Nationalparks unter Schutz stehen. Hierzu gehören unter anderem die großen Rotbuchenwälder, die typisch für Europa sind, aber nur noch an wenigen Orten in ihrer ursprünglichen Form vorkommen. So etwa im Hainich, Jasmund oder in der Eifel.
Zwei weitere Besonderheiten sollen nächste Woche noch näher betrachtet werden. Bleiben Sie also gespannt 😉
Detaillierte Daten und eine Karte zu allen Nationalparks: https://www.bfn.de/nationalparke
