– Zwischen Brunftschrei, Spinnennetz und Käuzchenruf Teil 2

…Weiter aus Teil 1…
September
So sind nun etwa auch die Garten-Kreuzspinnen an der Reihe. Vielen sind vor allem die größeren Weibchen der Radnetzspinnen bekannt, die Männchen sind deutlich kleiner, schlanker und sehen weniger haarig aus. Es lohnt sich also, genauer hinzusehen. Nach der Paarung, welche nicht mal eine halbe Minute dauert, legen die Weibchen eingewickelt in Seidenfäden die etwa fünfzig Eier ab. In diesem Kokon überwintern die Jungspinnen und schlüpfen erst nächstes Jahr, während das Weibchen stirbt. Doch erst nach dem zweiten Winter wird auch der Nachwuchs „groß“ sein.
Ich muss ständig aufpassen, dass ich nicht durch die Spinnenweben laufe. Überall in dem lichten Wald in der Nähe des Baches haben sie ihre Netze gebaut.
Die Aue sieht aus, als wäre wieder Frühling. Aus dem eintönigen Grün ist nun ein leuchtendes gelb und rosa geworden, von Weitem eine wahre Blütenpracht. Aus der Nähe ist es eher mannshohes Unkraut, die Riesengoldrute, das Drüsige Springkraut und der Schlitzblättrige Sonnenhut.
Für mich unangenehm, da die Pflanzen gern in Gesellschaft mit Brennnesseln wachsen, aber zahlreiche Insekten schwirren um diese als invasiv bezeichneten Arten. Ich versuche einige zu bestimmen. Wildbienen und Fliegen sind darunter, auch ein Landkärtchen ist gelandet. Jetzt fliegt die zweite Generation der Falter, sie ist schwarz-weiß und deutlich verschieden zu der ersten rot-braunen.
Auch an den Heidepflanzen ein Stück weiter summt es noch, obwohl die zart-rosanen Blüten bereits über den Höhepunkt hinweg sind.
Anfang Oktober
Während sich das Laub der Bäume weiter verfärbt, hat das regnerisch-kühle Wetter dafür gesorgt, dass sprichwörtlich die Pilze aus dem Boden schießen. Doch auch den Rothirschen gefällt das Wetter und so sind ihre Brunftrufe weithin zu vernehmen.
Die Männchen buhlen um die Weibchen, doch nur selten kommt es zu ernsthaften Kämpfen. Die jüngeren Hirsche wissen genau, dass der Älteste sein Vorrecht verteidigt. Was aber nicht heißt, dass er seine Augen immer überall hat…
Abgesehen davon kehrt nun aber doch etwas mehr Ruhe ein in der Natur. Sofern man von Ruhe reden kann, wenn wie in den letzten Tagen der Sturm durch die Baumkronen fährt, es kracht, heult, rauscht, knackt und säuselt.
Am Teich platschen große Wellen gegen die Ufer, getrieben von den teils heftigen Böen, und die Wolken am Himmel ziehen eilends vorüber.
Wenn der Wind aber nachlässt und es der Sonne einmal gelingt, ihre Strahlen bis zur Erde zu schicken, wirkt die Welt friedlich. Wer sich jetzt noch nicht verkrochen hat, macht die letzten Erledigungen vor dem Winter und so ist ein Eichhörnchen emsig dabei, noch einige Nüsse und Eicheln zu sammeln…
