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Igeln helfen, aber richtig!

Symbolbild von Couleur (Pixabay)

Die Igel haben im August und September ihren Nachwuchs bekommen.

Kann sich die Igelmutter jedoch nicht mehr um ihre Jungen kümmern, wirkt ein Igel apathisch, rollt sich auch bei Gefahr nicht zusammen, sitzt mit geschlossenen Augen und möglicherweise unterkühlt im Garten, ist Hilfe erforderlich. 

Pfleglingen helfen

Doch dabei gibt es auch einiges zu beachten, worauf auf Bitte einer fürsorglichen Igelaufpäpplerin* nochmal hingewiesen werden soll. Denn abgesehen davon, dass nicht jeder angetroffene Igel unbedingt eingesammelt werden muss, wenn er keine deutlichen Hinweise auf Krankheiten, Verletzungen oder Schwäche hat, ist eine artgerechte Ernährung und das Warmhalten von Jungigeln sehr wichtig. Keinesfalls darf den Tieren Milch gegeben werden, da dies zu Durchfall und zum Tod führen kann. Auch sollten keine selbstgefangenen Schnecken und Würmer verfüttert werden, da diese Ursache von Infektionen sein können, die das geschwächte Tier nicht verkraftet. Besser sind Katzennassfutter, hartgekochte Eier oder Futterinsekten. Zur Erstunterbringung kann ein Pappkarton dienen.

Nach dem Aufpäppeln muss der Pflegling natürlich wieder in die Natur entlassen werden, denn nach wie vor handelt es sich um ein Wildtier, das nach Bundesnaturschutzgesetz nur im Notfall zur Pflege aufgenommen werden darf.

Was man sonst noch tun kann

Übrigens kann den Igeln auch geholfen werden, wenn es ihnen gut geht. Etwa durch das Eindämmen von Gefahrenquellen, wie Gartenteichen mit zu hohen Rändern, an denen der Igel nicht mehr aus dem Wasser kommt und ertrinkt. Außerdem kann eine flache Wasserschale für die durstigen Tiere aufgestellt werden, die auch anderen Tieren, etwa Vögeln, hilft. Katzen und in der Dämmerung/Nacht fahrende Mähroboter stellen ebenfalls eine Gefahr dar. Wird der Garten igelfreundlich gestaltet und auch der eine oder andere Unterschlupf in Form von Hecken oder Laubhaufen belassen, kommt es seltener dazu, dass ein Igel sein Leben lassen muss und seine Jungen hilfsbedürftig werden.


Findet man dennoch einen Igel, der Unterstützung benötigt, empfiehlt es sich, eine Igelnotstelle zu kontaktieren.
Weitere Informationen zur Igelversorgung gibt der Pro-Igel e.V.: https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/1-x-1-der-igelpflege/

Weitere Merkmale, wann es (nicht) notwendig ist, den Igel zu sich zu nehmen, sind hier zu finden: https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel  

*Anfrage bei der Naturschutzstation Neschwitz