
Im Dezember wurde im Rahmen des MoSaiK-TeiL-Projektes auf einer Heidefläche bei Uhyst (Spree) in der Nähe des Bärwalder Sees eine Aktion zum Erhalt der Heide durchgeführt.
Die Naturschutzstation Neschwitz organisierte den Aktionstag gemeinsam mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Die Öffentlichkeit war eingeladen, sich daran zu beteiligen, weshalb auf verschiedenen Wegen im Voraus auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht wurde.
Auch ein paar Vertreter der AG Junge Ornithologen Oberlausitz waren dabei und so war die gut zwanzigköpfige Gruppe auch von der Altersstruktur her breit aufgestellt.
Ran an die Kiefern! – Für Wiedehopf & Co.
Mit Astscheren, kleinen Sägen und trotz trübem Wetter guter Laune bewaffnet ging es dann den auf der Heidefläche aufkommenden Kiefern und Birken an den Kragen.
Diese werden entfernt, um das Zuwachsen der Fläche zu verhindern. Denn werden die Bäume zu groß, verdrängen sie die Heide. Auch die typischen Merkmale der offenen Fläche – hohe Sonneneinstrahlung sowie die damit verbundene Wärme und Trockenheit des Sandbodens – werden eingeschränkt.
Von diesen Bedingungen profitiert aber nicht nur die Besenheide selbst, auch zahlreiche Insekten, Vogelarten und Reptilien sind auf diese angewiesen. Hierzu gehören sonst seltene Vertreter, wie etwa einige Laufkäferarten.
Noch gar nicht richtig auf der Fläche angekommen, haben ein paar Teilnehmerinnen schon Spuren der Gottesanbeterin entdeckt. Diese überlebt zwar selbst nicht den Winter, aus ihren Kokons (Ootheken) schlüpft aber im Frühjahr der Nachwuchs. Auch die Hüllen (Exuvien) der faszinierenden Insekten können gelegentlich gefunden werden.
Die Fläche soll ebenso einige Vogelarten fördern, darunter Brachpieper, Steinschmätzer und Wiedehopf. Für Letzteren gibt es deswegen seit einiger Zeit auch Nisthilfen in dem Gebiet.
Erhaltender Naturschutz
Das Verhindern der Sukzession ist zwar wiederum ein Eingriff in den Ablauf natürlicher Prozesse, jedoch werden ein seltenerer Lebensraumtyp und mit ihm verbundene Arten erhalten, welche sonst verloren gingen. Denn Kiefernwälder gibt es wesentlich mehr und bis aus diesen wieder solche Flächen entstehen könnten (würde es denn zugelassen) vergeht sehr viel Zeit.
Zudem besteht für bestimmte Arten und deren Lebensräume durch die Fauna-Flora-Habitat- sowie die Vogelschutz-Richtlinie Verantwortung von internationalem Wert.
Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war der Samstagvormittag aber keineswegs so ernst, wie die Angelegenheit hier in der Theorie klingt.
Der schönste Weihnachtsbaum
Mit vielen Scherzen und guten Gesprächen war die nun nicht mehr zu schwere Arbeit bald erledigt, denn: Viele Hände, schnelles Ende!
Anschließend wurde am Lagerfeuer gemeinsam Mittag gegessen. Motivation gab es sicherlich auch dadurch, dass sich jeder, der wollte, zu Beginn „seinen“ Weihnachtsbaum auserwählen durfte.
Immerhin bestand Einigkeit darüber, dass ein natürlich gewachsener Baum, der für einen guten Grund gefällt werden sollte, besser war als ein schöner Baum, der nur zu diesem Zweck auf der Plantage gezogen wurde… ^^
Das MoSaiKTeiL-Projekt
Im „Hotspot 20: Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaften“ sowie der Region bis zur Königsbrücker Heide und dem Teichgebiet Niederspree findet das Naturschutzprojekt „MoSaiKTeiL“ statt.
Dabei setzen sich die Naturschutzstation Neschwitz e.V., die Naturforschende Gesellschaft der Oberlausitz e.V. und das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz gemeinsam mit weiteren Akteuren im Bereich Natur für die „Moore, Sande, Kiefern und Teiche der Lausitz“ ein. Konkret bedeutet das die praktische Umsetzung naturschutzfachlicher Maßnahmen zum Erhalt und der Förderung der biologischen Vielfalt.
Die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) geförderten Tätigkeiten werden durch entsprechende Forschungen begleitet, um das Projekt nachhaltig zu gestalten und neues Wissen zur Wirkung von Naturschutzmaßnahmen auf Lebensräume und deren Arten gewinnen zu können.
Dazu gehört auch die Einbeziehung der Öffentlichkeit. Unter anderem wird deshalb auch die Möglichkeit geboten, an bestimmten Naturschutzmaßnahmen direkt mitzuwirken.
Weitere Informationen dazu auf https://www.mosaikteil.de
Veranstaltungen und Mitmachaktionen lassen sich auch bei der Naturschutzstation Neschwitz finden: https://www.naturschutz-neschwitz.org/
