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Die Pflanzen des Jahres 2026 (Fortsetzung)

Die Natur des Jahres – Teil 4

Die Wiesen-Glockenblume – Sie wurde bereits letzte Woche vorgestellt

Wie letzte Woche bereits begonnen (Pflanzen Teil 1), sollen hier nun noch ein paar Vertreter der Pflanzen bzw. der Natur des Jahres vorgestellt werden:

Viele verbinden Orchideen mit schönen und teils exotischen Zimmerpflanzen und wissen dabei gar nicht, wie viele Arten es davon auch bei uns in freier Natur gibt. Doch leider sind viele Orchideenarten selten und gefährdet, da ihre Lebensräume zuwachsen.

Häufig sind diese Arten auf Wiesen verbreitet, doch diesmal haben sich die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO)1 für eine Art entschieden, die feuchte und schattige Lebensräume, v.a. Buchen- oder Eichen-Hainbuchenwälder, bevorzugt. Dennoch ist die seltene Violette Stendelwurz aus ähnlichen Gründen bedroht.

Vor allem Veränderungen in der Waldstruktur gefährden ihre Vorkommen. Wenn Wälder lichter werden und mehr Arten in der Krautschicht aufkommen, verliert sie ihren Lebensraum und wird verdrängt.

Somit ist die Herangehensweise der Forstwirtschaft an dieser Stelle von Bedeutung, während bei anderen Arten eher Landwirte Verantwortung tragen.

Bei dieser Orchidee aus der Gattung der Stendelwurze sind nicht nur die Blüten, sondern auch der Stängel blassviolett gefärbt. Daher also der Name.

Viele kennen die grünen Teppiche in den Wäldern oder die weichen Büschel an Felsen: Moose. Doch was von Weitem als einheitliche Masse wirkt, ist von Nahem ein faszinierendes Mosaik aus unzähligen Arten. Diese sind sich teilweise so ähnlich, dass man sich genauer mit ihnen beschäftigen muss, um die Arten unterscheiden zu können.

Aus diesem Grund wählt die Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa e.V. (BLAM)2 häufig verkannte Arten aus. Durch diese Aufmerksamkeit für die jeweiligen Moose soll der Blick geschärft und zur Kenntnis ihrer Verbreitung beigetragen werden. Denn es ist noch nicht klar, wo manche Arten überall in einem bestimmten Land vorkommen.

Die BLAM e.V. fördert auch dadurch die Forschung zu Moosen und Flechten. 

Das Mecklenburgische Schnabeldeckelmoos mag es im Gegensatz zum Violetten Ständelwurz wieder warm, hell, trocken und basenreich.

Der erste Teil des Namens lässt sich aufgrund des ersten Fundortes noch gut erklären. Der zweite Teil bezieht sich wiederum auf eine spezielle Eigenschaft der Art und rührt von den geschnäbelten Deckeln der Kapseln her. Zugegeben, andere Merkmale und Namen sind leichter zu erfassen…

Sie ist zwar wie der Pilz ebenfalls keine Pflanze, hat aber wenigstens Anteile dieser. Denn Flechten entstehen durch die Symbiose zwischen einem Pilz, der das Gehäuse bildet, und einer Alge, die Photosynthese betreibt.

Die Pazifische Leuchterflechte wächst an freistehenden Bäumen und ist gelb gefärbt.

Wie das Moos wird sie von BLAM e.V. bestimmt. Auch sie ist sehr leicht zu verwechseln und relativ unbekannt. Deshalb soll auch auf sie aufmerksam gemacht werden, um Daten zu ihrer Verbreitung zu gewinnen.

Leuchterflechten tragen ihren Namen aufgrund ihrer intensiv leuchtenden Farben. Das „Pazifisch“ stammt daher, dass sie zuerst an der Westküste Nordamerikas entdeckt wurde. Europäische Vorkommen wurden erst später nachgewiesen.

Algen sind der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG)3 zufolge die wichtigsten Sauerstoffproduzenten unserer Erde.

Algen aus der Organismengruppe der Grünalgen gelten als der häufigste Partner für Flechtenpilze (siehe oben beschriebene Symbiose). Dadurch hat sie auch eine besondere Bedeutung für diese Arten und indirekt für die Ökosysteme, in denen sie vorkommen. 

Ihr Name erklärt sich vermutlich von selbst 😉

Wie Sie vielleicht festgestellt haben, stehen die Eigenschaften der Pflanzen häufig in Verbindung mit ihren Namen. Wer sie sich also merkt, kann die Pflanzen in der Natur vielleicht leichter wiedererkennen. Umgekehrt ist es natürlich nicht ganz so einfach, aber zumindest erleichtert es die Bestimmung. Hat die Blüte etwa eine Glockenform oder ist sie blassviolett?

Möglicherweise haben Sie ja auch Lust bekommen, sich mehr mit den verschiedenen Pflanzen zu beschäftigen?

Neben den bereits genannten Vertretern werden weitere Arten zu den  Pflanzen des Jahres gewählt. Etwa eine Heilpflanze – in diesem Jahr die Gemeine Nachtkerze – oder auch eine Giftpflanze, eine Arzneipflanze und noch mehr…Diese hier alle zu beschreiben würde den Rahmen allerdings endgültig sprengen 😉

Weiter unten finden Sie jedoch den Link zu einer Seite, wo die Arten alle aufgelistet sind. Dort sind zwar keine weiteren Informationen zu den jeweiligen Pflanzen zu finden, es sind aber wiederum Möglichkeiten verlinkt, die sich mit den einzelnen Arten tiefergehend beschäftigen. Wer also noch Lust hat, kann gern weiter lesen.

Ansonsten bedanke ich mich herzlich bei Ihnen, dass Sie diesen Ausflug in die Botanik durch beide Teile bis zum Ende begleitet haben.

Ich hoffe, dass ich die Arten informativ und zugleich auch etwas kurzweilig darstellen konnte.

Im nächsten Teil soll es mit einem etwas lebendigeren Bereich der Natur des Jahres weitergehen. Lebendig insofern, dass die Arten mitunter sehr schnell unterwegs sind…

Seien Sie also gespannt auf jene Tiere, die es alle irgendwie gern feucht haben.

Vielleicht können Sie ja schon erraten, um wen es gehen wird?

Nächste Woche besuchen wir aber erstmal die Vögel am Futterhäuschen. Ich verspreche Ihnen, es wird unterhaltsam 😉

Links für mehr Infos und Bilder. Über das jeweilige Website-Menü haben Sie auch schnell Zugriff auf Infos zu den jeweiligen Stiftungen/Vereinen und deren Aktivitäten…

1 https://www.orchideen-deutschlands.de/orchidee-des-jahres/)

2 https://blam-bl.de/blam/flechte-moos-des-jahres/mfdj-2026.html

3 https://www.dbg-phykologie.de/alge-des-jahres

Alle Arten im Überblick: 

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/natur-des-jahres/2026.html