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Die Pflanzen des Jahres 2026

Die Natur des Jahres – Teil 3

Die Wiesen-Glockenblume (Einzige Pflanze des Jahres in Österreich ist diese Blume des Jahres – In Deutschland gibt es noch viel mehr!)

Im dritten Teil zur Natur des Jahres soll es diesmal um die Pflanzenwelt gehen. Bei dieser werden gleich mehrere Vertreter durch verschiedene Institutionen und Vereine gewählt.

Nachfolgend sollen einige dieser Pflanzen vorgestellt werden. Da es dennoch zu viele sind, um alle auf einmal zu beschreiben, soll dieses Thema heute begonnen und nächste Woche fortgeführt werden.

Während bei den Tieren des Jahres ein interessanter Vergleich durch den Artikel geführt hat, sollen diesmal die besonderen Namen und Eigenschaften der Arten etwas in den Fokus gerückt werden.

Die Dr. Silvius Wodarz Stiftung1 steht für den Erhalt der Wälder. Um dabei auf bestimmte Baumarten aufmerksam zu machen, wählt sie seit 1989 jährlich eine Art aus. Die Idee dazu wurde vom „Vogel des Jahres“ übernommen.

2026 ist es die Zitterpappel geworden. Vermutlich kennen Sie ihren Namen und auch den Spruch „Zittern wie Espenlaub“. Dieser stammt von den im Wind stark raschelnden, flatternden Blättern. Selbst der wissenschaftliche Name der Art rührt von dieser Eigenschaft her. Tremulus ist Latein und bedeutet so viel wie „zitternd“.

Der auch Espe oder Aspe genannte Baum wächst auf feuchten oder durchlässigen, neutralen oder auch sauren Böden, wo nur wenige angepasste Arten vorkommen. Die konkurrenzschwache Zitterpappel kann sich dort besser durchsetzen.

Sie ist auch eine der ersten Arten, die sich auf schlechten Böden wieder ansiedelt. 

Die Zitterpappel ist zwar nicht gefährdet, aber aufgrund ihres besonderen Wertes für Natur und Mensch gewählt worden. So liefert sie nicht nur gutes Holz zur Verarbeitung. Als Pionierbaum, der sich auf den beschriebenen Böden zuerst wieder ansiedeln kann, bildet sie außerdem die Lebensgrundlage für andere Arten.

Während sie mit der Zeit nicht nur den Boden etwas verbessert, ist auch ihr weiches Holz bei vielen Tieren beliebt. Etwa als Nahrung, zum Beispiel für den Biber, oder zur Anlage von Höhlen, beispielsweise für Spechte.

Entgegen dem Baum des Jahres benötigt die Blume des Jahres nährstoff- und basenreiche Böden. Zudem hat sie es gern warm.

Wie sein Name schon sagt, ist der Feldrittersporn an Acker- und Wegrändern heimisch.

Der andere Namensteil kommt von den zwei Staubblättern an der Blüte, die zu einem langen Sporn verwachsen sind. Die blauviolette Blüte ist im Spätsommer zu sehen.

(Leider ist es nicht möglich, hier alle Arten inklusive Bildern vorzustellen. Aus diesem Grund sind Sie herzlich eingeladen, sich die Arten selbst einmal anzusehen, etwa anhand der untenstehenden Verlinkungen. Und vielleicht erkennen Sie in der warmen Jahreszeit die eine oder andere Art wieder?)

Wie andere Ackerwildkräuter auch, ist der Feldrittersporn durch die Intensivierung der Landwirtschaft sowie deren Herbizideinsatz gefährdet, da er in seiner Verbreitung eingeschränkt wird.

Aus diesem Grund hat die Loki-Schmidt-Stiftung2 ihn zur Blume des Jahres benannt. Bereits seit 1980 legt die Stiftung auf Anregung der Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt jährlich eine Art fest. 

Sie wächst auf Fett-, Niedermoor- oder Magerwiesen und an Ruderalstellen. Aufgrund von Überdüngung ist ihr Bestand jedoch rückläufig. Aus diesem Grund hat der Naturschutzbund Österreich3 sie ausgewählt.

Wie sie zu ihrem Namen kommt, ist wahrscheinlich einfach herzuleiten.

Außer der Blume des Jahres werden in Österreich im Gegensatz zu Deutschland keine weiteren Pflanzenarten ausgewählt. Das Moos und die Flechte des Jahres sind dieselben wie in Deutschland, da ein Verein sie länderübergreifend bestimmt. Mit ihnen werden wir uns nächste Woche beschäftigen.

Natürlich ist ein Pilz ein Pilz und keine Pflanze. Aber besser hier vorgestellt, als beim Vogel des Jahres, oder? 😉

Der Igel-Stachelbart wächst an frischem Totholz starker Bäume (wie Buche und Eiche) in Laubwäldern mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Seine Form sieht aus wie ein langer, weißer Bart. Dessen Haare erinnern an Stacheln. Möglicherweise stammt daher auch der Name des Pilzes.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V.4 sammelt Daten und forscht, um die vielfältige Welt der Pilze zu unterstützen. Sie betreibt zudem Öffentlichkeitsarbeit, die Wahl des Pilzes ist ein Bestandteil dieser.

Denn die Art ist stark gefährdet, da nur wenige Vorkommen bekannt sind. Aus diesem Grund wird auf den Igel-Stachelbart, bzw. seltene Pilze im Allgemeinen, aufmerksam gemacht.

Auch für Pflanzen, welche unmittelbar in vom Menschen beeinflussten bzw. geschaffenen Lebensraum vorkommen, gibt es einen Vertreter. Dieses Jahr hat die Botanik Bochum5 den Krähenfuß-Wegerich ausgesucht. Dieser bevorzugt eher feuchte und offene Standorte. Ursprünglich an den Küsten verbreitet, ist er zunehmend auch in Städten in Pflasterfugen zu entdecken.

Dieser Wegerich hat stark gefiederte Blätter, deren Verzweigungen vermeintlich an Krähenfüße erinnern.

Im Gegensatz zur Stadtpflanze des Jahres steht die Wildpflanze des Jahres, welche hier natürlich nicht fehlen darf.

Nach der Beschreibung von Naturgarten6 geht es eigentlich nicht um die Pflanze an sich, sondern um ihre Wirkung auf die Insektenvielfalt. Zahlreiche Käfer, aber auch Bienen profitieren von der Art. Aus diesem Grund soll auf den Natternkopf aufmerksam gemacht werden.

Die auffällige und schöne Pflanze wächst auf trockenen, sandigen oder auch steinigen Böden. Auf Ruderalflächen (Brachen) kann sie sich ebenfalls schnell ansiedeln.

Seinen Namen hat der Natternkopf erhalten, weil seine Blüten an kleine Schlangenköpfe erinnern sollen, die die Mäulchen aufreißen und ihre Zungen herausstrecken. Haben Sie die kleinen Schlangen schon mal entdeckt? Wenn nicht, schauen Sie im nächsten Sommer doch mal genauer hin 😉 Bei diesen Nattern müssen die Insekten wenigstens nicht aufpassen, dass sie gefressen werden…

Naturgarten wählt Pflanzen aus, die für Käfer (bzw. Insekten im Allgemeinen) wichtig sind. Aus diesen Kandidaten darf dann jeder mit abstimmen. Vielleicht sind Sie ja bei der nächsten Wahl dabei?

Wie Sie gemerkt haben, stehen die Namen häufig in Verbindung mit den Eigenschaften der Pflanzen. Während einige recht fantasievoll klingen, können andere aber auch das Wiedererkennen oder Bestimmen im Gelände erleichtern. Vielleicht kennen Sie die eine oder andere dieser Arten ja schon?

Nachdem wir uns diese Woche die ersten sechs Arten angesehen haben, sollen nächstes Mal noch ein paar weitere folgen. Kommen Sie gern wieder vorbei!

Und wenn Sie sich mit den heute vorgestellten Arten noch etwas intensiver beschäftigen möchten, finden Sie unten weitergehende Informationen.

Verlinkungen…

… für mehr Infos und Bilder. Über das jeweilige Website-Menü haben Sie auch schnell Zugriff auf Infos zu den jeweiligen Stiftungen/Vereinen und deren Aktivitäten.

1 https://baum-des-jahres.de/baum-des-jahres/

2 https://loki-schmidt-stiftung.de/blume-des-jahres/2026

3  https://naturschutzbund.at/blume-des-jahres-239/items/2026-wiesen-glockenblume.html

4 https://www.dgfm-ev.de/de/ueber-uns/news/pilz-des-jahres-2026-igelstachelbart)

5 https://www.botanik-bochum.de/

6 https://www.naturgarten.org/umfragen/index.php/wildpflanze-des-jahres-2026/