
Der NABU|naturgucker-Kongress
Braunschweig, 24.10-26.10.2025
Zum achten Mal trafen sich Naturinteressierte, die sich nicht nur beruflich oder privat für Natur begeistern und im Naturschutz engagieren, sondern auch alle fleißig für die Beobachtungsplattform melden, welche den Kongress mit Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung ausrichtete. Einige nahmen zum wiederholten Male an dem Ereignis teil und begrüßten sich auch gleich freudig, für mich war es jedoch die erste Veranstaltung.
Denn NABU|naturgucker lud mich und zwei weitere Teilnehmerinnen des Wettbewerbes Jugend forscht ein. Wir waren die stolzen „Versuchskaninchen“, da künftig vielleicht der Sonderpreis „Biodiversität“ wieder eingeführt werden soll. Also gab es auch für mich ein Wiedersehen.
Am ersten Abend wurde es aber erstmal gemütlich angegangen. Stefan Munzinger begrüßte die Gäste gemeinsam mit Karsten Behr von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und Christian Unselt von der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, ehe Helt Oncale live Musik machte. Beim Essen bestand die Möglichkeit zum ersten Austausch. Im Anschluss zog Fräulein Brehms Tierleben die Zuschauer in ihren Bann und vermittelte intessante Einblicke in das Leben der Hirundo Rustica – der Rauchschwalbe.
Zwischen Aufregung und regem Austausch
Nach dem Frühstück und der ersten Nacht, welche ich im Steigenberger Parkhotel nebenan verbringen durfte, wurden alle erneut in der Volkswagenhalle begrüßt. Erstmals fand der Kongress hier in Braunschweig statt. Bisher wurde er in Göttingen veranstaltet.
Die erste halbe Stunde wurde der Entwicklungsgeschichte von NABU|naturgucker gewidmet. Im Anschluss lieferte Dr. Jonathan Hense interessante Denkansätze zu der Frage „Wie können wir junge Menschen für die Natur begeistern?“, auch wenn ich wohl eher noch zur thematisierten Zielgruppe gehöre.
Und dann kam der Moment, dem die anderen beiden Jungforscherinnen und ich erwartungsvoll-besorgt entgegen geblickt haben: In der folgenden Stunde war es an uns, unsere Projekte zu präsentieren. Anfangs war ich sehr aufgeregt, doch dann begann es Spaß zu machen. Und die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewiesen sich als sehr aufgeschlossen gegenüber den Ideen des Nachwuchses.
So ergab sich in den Pausen ein sehr positiver Austausch, bei dem nicht nur nette Rückmeldungen zu unseren Vorträgen dabei waren, sondern auch interessante Einblicke in das Wirken der anderen Teilnehmer gewährt wurden.
Die Qual der Wahl
Im Laufe des Tages konnte ich so gute Kontakte knüpfen und lernte in offenen Diskussionen hinzu. Gelernt habe ich aber auch während der Vorträge am Nachmittag fiel. Es bestand die Qual der Wahl, denn es wurden nicht nur fünf halbstündige Vorträge in Folge, sondern jeweils auch drei gleichzeitig gehalten. Dadurch ergab sich ein buntes Programm, das vielfältig unterschiedliche Interessensbereiche abdeckte. So wurden etwa Ameisen, Mauerbienen, Winterstörche in Deutschland oder auch die Entwicklung der Artenvielfalt in einer naturnah angelegten Landwirtschaft thematisiert.
Während des abendlichen Büffets bestand erneut die Möglichkeit zum Austausch, ehe Helt Oncale, diesmal gemeinsam mit Jan Luley, erneut musikalisch tätig wurde. Im Anschluss sorgte NABU|naturgucker für einen bewegten Austausch, denn ausgehend von gestellten Fragen sollte sich jeder bei einer Antwortmöglichkeit in einer Ecke des Raumes positionieren und mit den Anderen darüber austauschen. Etwa, ob man sich am liebsten mit Pilzen, Pflanzen oder Tieren beschäftigt. Das Ganze gestaltete sich mit viel Humor. Gelegentlich gab es jedoch auch eine „Protestgruppe“, die sich einfach in der Mitte aufstellte, da sie sich nicht entscheiden konnte.
Wenn die Exkursion ins Wasser fällt…
Nach vielen neu gewonnen Eindrücken und guten Gesprächen waren die Köpfe genug gefordert wurden, weshalb man sich am Sonntag vormittags an den Teichen des Naturschutzgebietes Riddagshausen traf. Die geplanten Exkursionen fielen zwar ins Wasser, jedoch nur sinnbildlich. Bei Regen und Wind bewiesen gut fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass sie echte „Naturgucker“ sind.
Dafür wurden sie nicht nur mit informativen Einblicken in das NSG durch ortskundige Betreuer, sondern auch mit sehr schönen Beobachtungen belohnt. So ließen sich etwa ein Seeadler, Bekassinen, Tafel-, Löffel- und Krickenten sowie einige andere nicht vom Wetter stören und waren vom Beobachtungsturm und ein paar anderen Stellen aus gut zu betrachten.
Schließlich ging es mit vielen tollen Erinnerungen und Erlebnissen im Gepäck nach Hause.
Ich möchte mich beim NABU|naturgucker-Team für die ermöglichte Teilnahme und bei ihm sowie bei allen Naturguckern, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, für die freundliche Aufnahme und Offenheit bedanken.
