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Alle gans gleich?- Vogelzug im Herbst

Regen und Wind haben den Sommer nun schon seit einer Weile abgelöst, der Winter rückt näher. Wer den nicht hier, sondern lieber im Warmen verbringen möchte, macht sich noch schnell auf den Weg.

In den Nachrichten mehren sich derzeit leider die Meldungen von Kranichen, die der Vogelgrippe zum Opfer gefallen sind. Auch die trompetenden Vögel befinden sich gerade auf dem Zug. Da es zu diesem Thema im Moment mehr als genug Beiträge gibt, sollen hier ein paar andere Vertreter des Vogelzugs beleuchtet werden, während die Kraniche und alle anderen Vögel hoffentlich zu ihrem Glück finden und verschont bleiben.

In Teichnähe lassen sich etwa große Ansammlungen verschiedener Enten beobachten. Darunter nicht nur Stockenten, sondern auch Löffel-, Spieß-, Tafel-, Pfeif- und Krickenten, die sonst nicht in so großen Gruppen unterwegs sind. Mit Ausnahme der Tafelente handelt es sich bei diesen um Schwimmenten.

Schön anzusehen sind sie jedoch alle, auch wenn die eine oder andere sich mal kurz aus dem Blickfeld verdünnisiert. Ähnlich ist es auch mit den Zwergtauchern, die mancherorts genauso schnell wieder an anderer Stelle auftauchen, wie sie woanders unter Wasser verschwunden sind.

Auf Feldern und Wiesen suchen derweil zahlreiche Gänse nach Nahrung, zum sicheren Ruhen kommen sie jedoch wieder aufs Wasser zurück. Im Moment sind noch zahlreiche unserer Graugänse da, doch auch einige nordasiatische Blässgänse sind zu Gast. Teilweise überwintern sie hier.    

Ebenfalls in großen Trupps zu beobachten sind die Tundrasaatgänse. Ansammlungen mit mehreren tausend Individuen sind auch im Binnenland nicht ungewöhnlich. Die Waldsaatgans kommt selten vor. Früher wurden die beiden Saatgänse nicht unterschieden, bei genauer Betrachtung fällt jedoch die leicht verschiedene Schnabelfärbung auf. Die Tundrasaatgans wirkt insgesamt etwas heller und hat einen schwarzen Schnabel mit einem orangefarbenen Streifen. Der Streifen der Waldsaatgans ist breiter entlang gezogen.               

Nicht ganz so häufig, aber doch regelmäßig, ist die Weißwangengans anzutreffen. Anhand der namensgebenden Zeichnung ist die selten auch bei uns brütende Art gut zu erkennen.            

Eher ein Wintergast der Küste, verirrt sich auch die sibirische Rothalsgans gelegentlich ins Binnenland. Ebenso verhält es sich mit der Ringelgans aus dem hohen Norden und der Zwerggans aus Nordskandinavien. Während die Rothalsgans wie auch die Ringelgans an ihrem namensgebenden Merkmal am Hals zu erkennen ist, hat die Zwerggans wie die Blässgans einen weißen Fleck oberhalb des Schnabels. Doch auch hier kommt ihr Name nicht von ungefähr, sie ist kleiner als ihre häufiger anzutreffende Verwandte.

Die aus Island und Spitzbergen stammende Kurzschnabelgans ist selten zu Besuch. Dafür brütet ein Neubürger bei uns, der sich nach wie vor entdecken lässt. Die heimisch gewordene Nilgans mit ihrem bunten Gefieder und dem braunen Fleck ums Auge ist ähnlich auffallend wie die Rostgans, die in Deutschland eingebürgert wurde. Die kräftig orangefarbene Art ist ganzjährig anzutreffen.

Es zeigt sich somit: Gans ist nicht gleich Gans. Der Zug hat Mitte bis Ende Oktober seinen Höhepunkt. Es lohnt sich also, in den großen Ansammlungen mal genauer hinzuschauen, um Individuen einzelner Arten auszumachen. Und wer Geduld hat, kann vielleicht auch den einen oder anderen Ring entdecken und sogar ablesen 😉