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Natur – Mensch – Zukunft: Der Deutsche Naturschutztag 2026

Unter dem Motto Natur – Mensch – Zukunft trafen sich 1.600 Menschen zum 38. Deutschen Naturschutztag (DNT), welcher vom 10. – 14.03. in Berlin stattfand.

Natur – Mensch – Zukunft
Das Motto des 38. Deutschen Naturschutztags

Eine Bühne für den Naturschutz

Schnell füllte sich am Mittwochmorgen der große Saal im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin-Dahlem. Erwartungsvoll sahen alle der Eröffnungsveranstaltung entgegen, welche Eckart von Hirschhausen motiviert und motivierend moderierte. Dabei machte er von Anfang an klar: Es geht um das Bewusstsein für die Natur und um unseren Zusammenhalt. Nicht um die Probleme, die jeder aus seiner täglichen Arbeit kennt. 

„Es gibt nur diese eine Bubble – und das ist die Erde“,
Sabine Riewenherm, Präsidentin des BfN

griff auch Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, diesen Gedanken in ihrer Rede auf. Wir sitzen alle im selben Boot, oder besser, auf demselben Planeten.  Die anschließende Paneldiskussion mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und praktischem Naturschutz verdeutlichte ebenfalls: Es geht nur gemeinsam, aber jeder muss auch etwas dazu tun.

Die Eröffnungsveranstaltung war nichts zum Zuhören, sondern etwas zum Erleben, wodurch sie das Publikum begeisterte. Den Anfang machten die „Coolen Kids“, „Mach mit“ lautete ihr Songtitel. Ebenfalls musikalisch unterlegt, wurden die Lebensräume Stadt, Wald und Moor sowie mit ihnen verbundene Projekte vorgestellt.

Nachdem Umweltminister Carsten Schneider in seiner Rede ein Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur angekündigt hatte, kam es zum feierlichen Abschluss dieses besonderen Auftakts. Nach einer erheiternden Ideen-Schneeballschlacht sangen alle gemeinsam Chris Lass‘ Song „We are one“.

Eine großartige Stimmung war entstanden, die Mut machen sollte, weiter für den Naturschutz und somit auch für uns selbst einzustehen. „Die Mehrheit weiß nicht, dass sie die Mehrheit ist“, hatte Eckart von Hirschhausen eingangs festgestellt. Nun weiß sie es. Denn mit den Akteuren wurde auch dem eine Bühne gegeben, weshalb alle hier waren: Natur, Mensch und Zukunft.

Zeit für Austausch und Vernetzung

Diese gab es beim DNT genug (insofern man jemals genug haben kann), denn in den verschiedenen Foren und Barcamps kamen nicht nur Experten zu Wort. Alle waren eingeladen, sich und ihre Ideen einzubringen. Dabei ging es um aktuelle Entwicklungen in Politik und Naturschutz, um Probleme, für welche Lösungen gesucht wurden, und um die Frage, wie es im Naturschutz weitergehen soll.

Von vornherein war allen klar, dass Mensch und Natur zusammengehören. Doch wie sollte eine lebenswerte Zukunft aussehen? Konzepte wurden entwickelt und die Bedeutung von Innovationen diskutiert. KI etwa kann uns nicht ersetzen, aber sie kann uns voranbringen, indem wir sie sinnvoll im Monitoring oder in der Modellierung verwenden. Kein Ersatz für Experten, sondern eine Ergänzung zu deren Arbeitsmitteln.

Auch bei den Ständen der verschiedenen Aussteller gab es Gelegenheit, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Denn während die Naturschutzverbände und -institutionen sich sowie ihre Werte und Ziele vorstellten, waren auch sie selbst für Fragen und Anregungen offen.

Und nicht zuletzt gab es natürlich auch regen Austausch zwischen den Besucherinnen und Besuchern. Nicht nur deren bloße Anzahl, auch ihre Vielfältigkeit spiegelte die Bedeutung des DNT wieder. Denn interessierte Studenten waren ebenso vertreten wie engagierte Ehrenamtliche und Fachleute, die bereits auf mehrere Jahrzehnte Berufserfahrung zurückblicken können.

Die Stimmung war allgemein sehr gut, man begegnete sich respektvoll und offen. Vernetzung und konstruktive Diskussionen gehörten zur Tagesordnung.

Wünsche und Visionen

Und somit wurden die Wünsche, die Josef Settele und Nikolas Peter bei der Eröffnungsveranstaltung äußern durften, zumindest von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des DNT erfüllt. Denn man begegnete sich „auf Augenhöhe“ (J. Settele) und die „Liebe und Verbundenheit zur Natur“ (N. Peter) wurde vielfach „neu entdeckt“. Bleibt zu hoffen, dass alle diese Werte auch mit hinaus in die Welt nehmen, damit die Zukunft ein Stück besser wird.

Und vielleicht werden irgendwann auch die Utopien von Oliver Conz wahr (Abteilungsleiter des Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit), die als Abschluss des Eröffnungspanels zum Nachdenken angeregt haben:

„Es sollte uns allen eine naturbewusste Ernährung mehr wert sein als ein kurz gemähter Rasen. Es wäre schön, wenn wir es schaffen würden, dass eine Mitgliedschaft in einem Naturschutzverband das neue Statussymbol ist und nicht der Benz. Und wenn wir irgendwann in einer Gesellschaft leben, in der erfolgreiche Naturschützer so gut bezahlt werden wie Fußballstars, dann wären wir, ich glaube, wirklich angekommen.“

Oliver Conz, Abteilungsleiter Naturschutz im BMUKN

Danke!

Mit diesen Gedanken möchte ich diesen kleinen Rückblick auf erlebnisreiche Tage beschließen und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Zudem möchte ich mich beim Organisationsteam des BBN für die großartige Veranstaltung bedanken. Ich weiß die tolle Möglichkeit zu schätzen, die ich erhalten habe und bin dankbar, dass ich mein Projekt bei der Eröffnungsveranstaltung vorstellen durfte. Herzlichen Dank für die Einladung!

Es war mir eine besondere Ehre und ich möchte mich auch noch einmal bei der Jury des Jugendnaturschutzpreises des BfN bedanken, die meine Arbeit ausgezeichnet und dadurch hierher gebracht hat. Es hat mich gefreut, einige Vertreter wiederzutreffen.

Für Unterstützung im Vorfeld und während des DNT möchte ich mich auch bei Michael Gleich bedanken, für zahlreiche Tipps und Motivation, aber auch für das Gefühl, das Richtige zu tun.

Ebenso möchte ich mich auch bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedanken, mit denen ich ins Gespräch kommen durfte. Viele neue Ideen sind hierbei entstanden und Kontakte konnten geknüpft werden. Auch über die Wertschätzung meiner Arbeit und viele nette Rückmeldungen zu meiner Präsentation habe ich mich gefreut. Ich hoffe, den einen oder anderen wieder zu sehen und die Kontakte halten zu können.

Nicht zuletzt gilt mein Dank allen, die mich in meiner täglichen Arbeit unterstützen, bestärken und es dadurch möglich gemacht haben, dass ich beim DNT dabei sein durfte. 

Selten ist es mir so schwergefallen wie diesmal, alles in einem Text zu verarbeiten. Ich hoffe, dass es mir dennoch gelungen ist, denn es waren einfach zu viele bewegende Eindrücke, Erlebnisse und Gedanken, die sich innerhalb von drei Tagen angesammelt haben. Sollte ich sie in einem Wort beschreiben, so wäre es vermutlich: WOW!

1.600 Gäste sahen sich die Stände der Naturschutzverbände an und tauschten sich aus.

Vielen Dank für’s Lesen! Weitere Informationen und Einblicke finden Sie auf https://www.deutscher-naturschutztag.de