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Das Wildtier des Jahres 2026

Die Natur des Jahres – Teil 2

Häufig sind die Spuren alles, was man vom Alpenschneehasen entdeckt. Typisch sind die großen „Schneeschuhe“.
Was haben der Alpenschneehase und der Rothirsch gemeinsam? 

Auf den ersten Blick nicht viel, aber bei genauerer Betrachtung eine ganze Menge!

So wurden beide zum Wildtier des Jahres gekürt. Der Alpenschneehase hat zum Jahreswechsel den Staffelstab an den Rothirsch übergeben.

Seit 2017 stellt die Deutsche Wildtierstiftung Kandidaten zur Wahl. Für dieses Jahr durfte erstmalig die breite Öffentlichkeit mit abstimmen, zuvor war dies dem Spenderkreis der Stiftung vorbehalten.

Das Wildtier des Jahres gibt es aber schon länger. Anfangs wurde es von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild festgelegt.

Der Rothirsch konkurrierte mit dem Goldschakal und dem Hermelin um den Titel.

Gar nicht so verschieden? – Lebensraum für alle

Hirsch wie Hase haben aber noch mehr gemein. Der Grund, weshalb sie gewählt wurden, hat zum einen mit der Landschaftsnutzung des Menschen und zum anderen auch mit ihren Genen zu tun.

Neben weiteren Gefahren hat der Rothirsch Probleme, seine Wanderungen gefahrlos zu überstehen. Unüberwindbare Straßen, Autobahnen und die Infrastruktur im Allgemeinen zerschneiden die Lebensräume und hindern die Tiere daran, einzelne Populationen zu durchmischen. Dadurch kommt es zu geringerem Genaustausch, was sich negativ auf die Entwicklung und Gesundheit des Wildes auswirkt.

Als Gegenmaßnahmen werden beispielsweise Brücken gebaut und Korridore geschaffen, um die Gebiete miteinander zu vernetzen.

Beim Alpenschneehasen nennt die Wildtierstiftung unter anderem Skigebiete, welche die Lebensräume der Langohren zerschneiden. Doch auch andere touristische Aktivitäten können sie beeinträchtigen. So dient es im Winter nicht nur der eigenen Sicherheit, in den Alpen auf den Wegen zu bleiben. Auch den Schneehasen und anderen Tieren wird so die unnötige, kräftezehrende Flucht erspart.

Braun oder weiß?

Interessanterweise weiß der Alpenschneehase übrigens gar nicht, ob er gerade getarnt ist oder nicht. Im Winter soll ihn sein weißes Fell verbergen und im Sommer ist er ebenso braun wie der Boden.

Bei wenig Schnee oder in den Übergangsjahreszeiten sitzt er aber gegebenenfalls auf der „falschen Farbe“. Etwa wenn er noch weißes Fell hat, aber im Frühjahr schon kein Schnee mehr liegt.

Und warum sind seine Gene nun bedroht?

Ganz einfach: Es gibt einen Übergangsbereich in den Höhenlagen, wo sowohl Feld- als auch Schneehase vorkommen können (ungefähr zwischen 1000 und 1700m ü. NN).

Bei Schneebedingungen und Temperaturen, die es dem Feldhasen erlauben, höher in die Berge zu steigen, kommt es zur zwischenartlichen Fortpflanzung. Die Hybriden sind aber in schneereichen Wintern weniger für das Überleben ausgerüstet als reine Schneehasen.

Da der Feldhase aber auch in niedrigeren Lagen problemlos überleben kann und dort häufig vorkommt, gibt es von ihm wesentlich mehr Individuen als von seinem versteckten Verwandten.

Dies ist ein weiterer Grund, warum der Alpenschneehase geschützt werden muss.

Und haben Hirsch und Hase noch mehr gemein?

Um nicht nur ihre Gefährdung, sondern auch die Tiere selbst vorzustellen, hier noch eine Besonderheit, die beide Arten verbindet und vielen gar nicht bewusst ist:

Denn abgesehen davon, dass beide im Sommer und Winter unterschiedlich gefärbtes Fell haben – der Rothirsch wird in der kalten Jahreszeit graubraun – ähneln sie sich auch bei ihrer Ernährung.

Viele wissen sicherlich, dass es sich bei den Tieren um Pflanzenfresser handelt.

Einige wissen vermutlich auch, dass Hirsche Wiederkäuer sind, welche ihre Nahrung noch einmal hochwürgen und ein zweites Mal kauen müssen, um sie vollständig verdauen zu können. Dazu haben sie vier verschiedene Mägen (bzw. Magenkammern).

Doch auch der Alpenschneehase muss zweimal kauen, um die gefressenen Pflanzen vollständig zu verwerten. Allerdings hat er nur einen Magen, weshalb er stattdessen den weichen Blindarm-Kot nochmal aufnimmt. So bleibt beim eigentlichen Kot, den kleinen dunklen Kugeln, nur das übrig, was nicht verwertbar ist.

Wenn Sie weitere Merkmale zum Alpenschneehasen oder zum Rothirsch erfahren wollen, stöbern Sie doch gern mal in den vorangegangenen Artikeln.

Beide Arten haben bereits einmal Erwähnung gefunden:

Der Rothirsch wurde im Dezember vorgestellt (Hirsche in Europa und aller Welt) und der Schneehase wurde bei den Königen der Alpen als versteckter Überlebenskünstler präsentiert (Könige der Alpen).

Das Wildtier des Jahres in Österreich und in der Schweiz

Nach diesem besonderen Vergleich zwischen zwei Arten, die sich kaum ähnlich sehen und die dennoch einiges verbindet, haben Sie vielleicht Lust, sich kurz auch noch die anderen Tiere des Jahres anzusehen.

Denn außer Deutschland wählen auch noch die anderen „DACH-Länder“ ein Wildtier aus.

In Österreich ist das in diesem Jahr das Mauswiesel.

Bei der Wahl des Naturschutzbund hat sich die Bevölkerung für das wohl kleinste Raubtier unter den Säugetieren entschieden, welches ähnlich dem Schneehasen im Winter sein braunes Fell gegen einen weißen Pelz tauscht.

Es braucht strukturreiche und naturnahe Lebensräume und wird ebenfalls durch deren Zerschneidung und Verlust geeigneter Gebiete gefährdet. 

Übrigens stand neben ihm ebenfalls der Rothirsch zur Wahl, welcher aber weit hinter dem dritten Kandidaten, dem Alpenmurmeltier, zurückblieb.

In der Schweiz ist es diesmal nach der Hain-Schnirkelschnecke der Braunbrustigel geworden, der vielen bekannt sein dürfte.

Auch für ihn stellen Hindernisse wie Straßen und außerdem unüberwindbare Zäune oder Mauern sowie andere Gefahren im Siedlungsbereich das größte Problem dar.

Im Gegensatz zu den anderen Tieren kann jeder dieser von Pro Natura gewählten Art ohne großen Aufwand unter die Arme greifen, indem er seinen Garten igelfreundlich gestaltet.

Immerhin etwas, oder?

Mit diesem positiven Gedanken zum Schluss, soll es das für diesmal gewesen sein. Vielleicht haben Sie ja Lust bekommen, sich noch mehr mit den (Wild-) Tieren des Jahres 2026 zu beschäftigen?

Noch ein paar andere Aspekte und Eigenschaften zu den jeweiligen Arten finden Sie unter: 

https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/tier-des-jahres

https://naturschutzbund.at/newsreader-36/items/das-mauswiesel-ist-tier-des-jahres-2026.html

https://www.pronatura.ch/de/tier-des-jahres

Nächste Woche sollen an dieser Stelle hier die Pflanzen des Jahres vorgestellt werden. Bleiben Sie also gespannt!