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Tiere in Eis und Schnee

Spuren im Schnee
Spuren vom Dachs

Frischer Schnee glänzte weiß in der Sonne. In der kalten Luft war die Sicht besonders klar.

Von einem kleinen Hügel aus waren ein paar Spuren zu erkennen, die sich durch die sonst unberührte weiße Fläche zogen. An manchen Stellen waren kleine, wellenförmige Kanten im Schnee, wo der Wind über die Ebene gezogen war.

Die Spuren führten schnurstracks zum Waldrand hin. An dessen Rand hoben sich einige Kuhlen optisch deutlich ab. Dort war die geschlossene Schneedecke nicht mehr so unversehrt.

Sie deuteten darauf hin, dass hier Tiere die frostige Nacht verbracht hatten.

Rehe sind zu dieser Zeit gern gesellig unterwegs. Jetzt ist es für sie schwer, an Nahrung zu kommen, die Kälte setzt ihnen zu und sie sind bemüht, ihren Energieverbrauch möglichst gering zu halten. Deswegen fressen sie sich bereits im Herbst einen Vorrat an.

Ähnlich handhabt es auch der Dachs, wobei er Winterruhe hält. Doch diese unterbricht er bei wärmeren Temperaturen gelegentlich, um doch einmal nach Nahrung zu suchen oder einfach sein Geschäft zu verrichten.

Auch von ihm fanden sich ein paar Spuren, die von seinem Bau ein Stück weg und wieder zurück führten. Sie sind eindeutig an den ovalen, klar strukturierten Ballen mit den fünf Zehen zu erkennen. Was er wohl gedacht hatte, als er aus seinem Bau kam und das weiße Zeug rundherum gesehen hat?

Die Spuren wiesen den direkten Weg zur „Dachstoilette“, einem kleinen Loch, in welches das Häufchen gesetzt wurde. Denn im Gegensatz zum Fuchs, mit dem er sich manchmal seinen Bau teilt, ist er sein reinlich.

Im sonst sehr ruhigen Wald und dem angrenzenden Offenland wollte ich nicht unnötig die dort lebenden Tiere beunruhigen. Interessanter war es sowieso am Teich, weshalb mein Weg mich zu diesem führte. 

Zwergtaucher
Kalte Füße?

Dort könnte man meinen, dass das Wetter den Vögeln gar nichts ausmacht. Scheinbar vergnügt wie eh und je saßen die Enten auf dem zugefrorenen Wasser. Dennoch blieb ich auch hier etwas auf Abstand, um sie nicht versehentlich zur energiezehrenden Flucht zu veranlassen.

An einer kleinen Stelle, relativ randlich, war noch ein offenes Wasserloch. An diesem waren alle versammelt. Einige Stockenten und eine hübsche Pfeifente, zwei Blesshühner und drei Zwergtaucher saßen an der Eiskante.

Ein paar der Enten standen dösend auf einem Bein, das andere angezogen und das Köpfchen ins Gefieder gesteckt. Ob sie wohl kalte Füße hatten?

Eigentlich haben sie dafür jedoch ein besonderes Wärmesystem, bei welchem die Füße nicht zu stark auskühlen. Das kalte Blut aus den Füßen fließt so dicht an dem vom Körper kommenden warmen Blut vorbei, dass es noch auf dem Rückweg zum Körper wieder erwärmt wird. Man spricht auch vom Prinzip des Wärmetauschers.

Warum haben wir sowas eigentlich nicht?

Auf und unter dem Eis

Das Eis war zwar dick, aber trotzdem noch sehr durchsichtig. Deswegen waren sehr gut die Silhouetten der Zwergtaucher zu sehen, die gelegentlich ins Wasser sprangen, unter das Eis tauchten und wieder hervorkamen. Vermutlich dienten die kurzen Ausflüge der Nahrungssuche, also der Jagd auf kleine Fische, die irgendwo am Grund des gefrorenen Sees ausharren.

Auch der Eisvogel war immer wieder aktiv und nutzte das letzte Wasserloch für seine Sturzflüge. Wenn es ganz zufrieren sollte, würde er an einen naheliegenden Bach ausweichen, der noch offen ist.

Als letzter Vertreter, der sonst nicht immer so nah zu beobachten ist, hier aber notgedrungenermaßen auch nach Nahrung suchte, war die Wasseramsel zugegen.

Wasseramsel am Eisrand

Flink flitzte sie über das Eis, blieb kurz an dessen Rand sitzen, wippte ein paar Mal auf und ab und stürzte sich schließlich mit einem formvollendeten Kopfsprung ins Wasser. Nur wenig später tauchte sie ebenso elegant wieder auf.

Abwartend saß der amselgroße, braun-weiß gefärbte Vogel am Wasserrand und steckte immer wieder prüfend den Kopf ins kalte Nass. Hatte die Wasseramsel etwas erspäht, verschwand sie wieder im Wasser. Länger als gut zwanzig Sekunden blieb sie aber nie verschwunden.

Bereits beim Gedanken an die Temperaturen (und beim Halten der Kamera mit erfrorenen Fingern) schüttelte es mich. Der Wasseramsel schien aber – wie den anderen Vögeln hier auch – das kalte Wasser nicht viel auszumachen. Wie auch die Enten besitzt sie eine Bürzeldrüse und reibt sich beim Putzen mit einem Öl ein, welches das Gefieder wasserabweisend macht. Dadurch friert sie nicht so schnell.

Dennoch ist es für diese Arten ebenfalls kräftezehrend, wenn sie sich warmhalten und bei diesen Bedingungen nach Nahrung suchen müssen.

Und aus ihrer Sicht ist es für sie vermutlich angenehmer, wenn es nun vielerorts etwas wärmer wird und Schnee und Eis schmilzen.

Nichtsdestotrotz waren auch diese kalten Tage mit besonderen Erlebnissen verbunden, bei welchen man nur über die Anpassungsfähigkeit vieler Wildtiere staunen kann.

Was kommt als nächstes?

Ich weiß, letzte Woche hatte ich einen Beitrag zur Heidepflege angekündigt, aber aufgrund der aktuellen Wetterlage wollte ich diesen Beitrag einschieben, solange er noch zur Stimmung passt. Die Heide ist dafür nächste Woche dran, versprochen😉