Ein Miteinander ist möglich

Am Palmer Ort
Der Palmer Ort, der Südzipfel Rügens, ist Nationale Naturerbefläche und wird von der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur betreut. Nur wenige Touristen verirren sich an diesen ruhigen Ort, der der Natur überlassen wird. Und das ist gut so, denn nur so ist es möglich, die Natur zu schützen und trotzdem Zugang zu ihr haben.
Informationstafeln der Stiftung vermitteln Wissen und weisen auf das richtige Verhalten hin. Ein Weg führt durch den Küstenwald. Die Artenvielfalt, die dort erlebt werden kann, ist groß. Nicht umsonst ist es ein Gebiet des Natura2000-Netzwerkes.
Arten-VIEL-falt im wahrsten Sinne des Wortes
So war es meiner Familie und mir in diesem Sommer (Ende Juni) möglich, unter anderem verschiedene Falter und Libellen, Feldhasen, mehrere Neuntöter mit flüggem Nachwuchs, Grauammern, Alpenstrandläufer, Flussuferläufer und Sandregenpfeifer zu beobachten. Von Letzteren hat ein Paar abwechselnd auf einem Gelege gesessen und sich von uns kaum stören lassen. Am Anfang waren sie kurz etwas wuselig und versuchten uns zu verleiten. Ein Altvogel lief vom Gelege weg und tat so, als wäre er verletzt. Da wir aber nicht näher gingen und uns sehr ruhig verhielten, merkten sie bald, dass von uns keine Gefahr ausging. Dafür durften wir sie ausgiebig beobachten.
Andernorts werden Brutgebiete zum Schutz der Vögel gesperrt, wofür ich auch Verständnis habe. Denn an überfüllten Stränden bleibt kein Platz für die Vögel, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Viel zu schnell werden die gut getarnten Eier zerstört, viel zu viel Energie müssten die Eltern aufbringen, da sie ständig flüchten müssen.
Aber ist es nicht schöner, wenn es möglich ist, dass sowohl wir als auch sie den Strand nutzen?

Wenn die Dünen nicht betreten werden, Pflanzen an ihrem Platz bleiben und Tiere nicht gestört werden, können sie ihre Funktion in diesem Lebensraum erfüllen und wir uns noch länger an ihnen erfreuen. Viel zu schnell verging die Zeit an diesem idyllischen Ort.
Auch wenn ich bedauere, dass der Urlaub zu kurz war, um noch einmal zurückkehren und nach dem Nachwuchs der Sandregenpfeifer zu schauen, hoffe ich, dass er es schafft und im nächsten Jahr genauso ungestört friedlich leben kann wie seine Eltern.
Und ich freue mich, wenn ich nächstes Jahr wieder Gast sein darf in diesem Zuhause vieler besonderer Lebewesen.
Mehr zum Palmer Ort und der Succow Stiftung:
