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Ein Wespennest – und nun?

Ein Wespennest

Viele Wespenarten sind dabei, ihren Nachwuchs aufzuziehen. Das bedeutet, dass sie im Moment besonders bestrebt sind, an Nahrung zu kommen. Dabei kommen sie den Menschen vielleicht näher, als diesen lieb ist. Aktuell tritt daher wieder vermehrt die Frage auf, ob Wespennester beseitigt werden können.

Kann das weg?
Das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 Abs. 1 Nr. 1&3) verbietet grundsätzlich das Beunruhigen, Verletzen oder Töten wildlebender Tiere und das Beschädigen ihrer Lebens- und Fortpflanzungsstätten, in diesem Fall also des Wespennestes.
Zudem sind Wespen in der Artenschutzverordnung mittels § 44 Abs. 1 Nrn. 1 und 3 BNatSchG als besonders geschützt gelistet. Es ist somit verboten, Wespennester zu entfernen.

Muss das weg?
Nicht jedes Wespennest muss Anlass zur Sorge sein, sollte dennoch aber nicht missachtet werden. Werden Wespen in Ruhe gelassen und nicht provoziert, sodass sie sich – insbesondere in Nestnähe – bedroht fühlen, lassen sie auch den Menschen in Ruhe. Das gilt für fast alle der mehr als 550 Wespenarten Deutschlands. Nur zwei Vertreter, die Gemeine und die Deutsche Wespe lassen sich von Essen locken und werden gegebenenfalls aufdringlich. Doch auch hier gilt: ein friedliches Miteinander ist möglich. 

Mit den Nachbarn leben
Anstatt hektisch zu reagieren, sollte Ruhe bewahrt werden. Wasserstellen oder überreife Früchte mit etwas Entfernung von der Terrasse, etc. platziert, können zur Ablenkung vom Esstisch beitragen und für ein entspanntes Miteinander sorgen.
Natürlich sollte man immer vorsichtig sein. Die beiden „problematischsten“ Arten sind zwar recht gut an ihren schwarz-gelben Warnfarben zu erkennen, jedoch kann es auch zu Verwechslungen mit anderen Arten kommen, sogar mit Wildbienen. All diese sind meist harmlos, solange man sie in Ruhe lässt. Zudem leben sie im Gegensatz zu Gemeiner und Deutscher Wespe häufig solitär, also einzeln.
Wespen müssen also nicht unbedingt stören oder etwas kaputt machen, auch wenn sie ein Nest angelegt haben. 

Übrigens erreichen Wespen-Völker im August ihre maximale Größe – im Herbst sterben alle Tiere außer den Jungköniginnen, welche überwintern und im Frühjahr neue Nester bauen. Im Winter kann man somit die alten Nester problemlos entfernen. 

Wenn es unbedingt weg muss
Sollte das bewohnte Nest aufgrund seiner Lage oder Nähe zu Menschen, insbesondere Allergikern, dennoch eine Gefährdung darstellen und weichen müssen, wenden Sie sich bitte an die Naturschutzbehörden oder Umweltämter und lassen sich helfen.
In der Regel ist es jedoch nicht erforderlich, einzugreifen. Freuen Sie sich stattdessen, dass Ihr Garten naturfreundlich gestaltet ist, denn sonst würden sich die Tiere gar nicht ansiedeln. Sollten es dann sogar noch um seltene und gefährdete Arten handeln, können Sie besonders stolz sein.

Schon gewusst?
Nur wenige der etwa 550 bis 700 in Deutschland vorkommenden Arten leben in Staaten, viele sind solitär.
Nicht alle bauen die bekannten Nester, einige leben beispielsweise in Röhren oder Erdhöhlen. Sie ernähren sich von zuckerhaltigen Pflanzensäften und Früchten, brauchen aber auch Eiweiße, weshalb Wespen andere Insekten erbeuten.

Weitere Informationen rund ums Thema Wespen und den Umgang mit ihnen und ihren Nestern:

https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/der-richtige-umgang-mit-wespennestern

https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/wespen

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/wespen-und-hornissen/01956.html

https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/bienenkunde/wespen-und-hornissen-nutzlich-und-schutzenswert-136152.html#:~:text=Diese%20Insekten%2C%20wie%20auch%20alle,zu%20verletzen%20oder%20zu%20t%C3%B6ten%E2%80%9C