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Die International Wildlife  Research Week in der Schweiz

– Gams schön hoch!

Diese besondere Woche findet einmal im Jahr statt. Heuer hatte ich das Glück, einer der 24 ausgewählten Jugendlichen gewesen zu sein, da ich die Teilnahme als Sonderpreis im Bundesfinale von Jugend forscht gewonnen habe. Insgesamt waren acht Nationen vertreten. 

Begleitet von vier Experten wurden Forschungsprojekte in unterschiedlichen Bereichen rund um die Hochgebirgsnatur erarbeitet. Aufgeteilt in Dreiergruppen wurde losgezogen, um die Flora und Fauna der Schweiz zu erforschen und wissenschaftliche Fragen zu bearbeiten.

Das Ganze fand im Naturpark Val Müstair statt, untergebracht waren wir auf 1.700m im idyllischen Tschierv, was übrigens soviel wie Hirsch bedeutet. 

Nicht Hirsch, aber auch mit Hufen:

Während sich andere mit Fledermäusen und deren Zugrouten oder der Vielfalt der  Gebirgswiesenflora beschäftigt haben, war meine Gruppe für die Erforschung der Herdenstrukturen und Aktivitätsmuster von Steinbock und Gämse zuständig. 

Wir haben an drei Tagen von Vormittags bis Nachmittags die Tiere von verschiedenen Gipfeln und Tälern des Naturparks aus beobachtet und erfasst, welches Alter und Geschlecht die Tiere der einzelnen Gruppen hatten. 

Ganz so hoch wie die Gämsen waren wir aber nicht… Dafür konnten wir die umliegenden Gipfel der 3000er umso besser bestaunen.

Um die Aktivitätszeit zu erforschen, waren wir einmal auch schon zum Sonnenaufgang auf dem Berg und haben am selben Tag auch während der Abenddämmerung unsere Beobachtungen durchgeführt. 

Dabei haben wir herausgefunden, dass sich die das Verhalten beider Arten nur wenig unterscheidet. Sie fressen oder ruhen überwiegend, bei letzterem hält ein Tier Wache. Die Jungtiere und junge männliche Steinböcke sind zudem mit spielen und „kämpfen“ beschäftigt. Jedoch sind Gämsen früher unterwegs und auch in der Abenddämmerung aktiv, während die Steinböcke erst später erscheinen. Sie gehen sich also aus dem Weg und vermeiden so Konkurrenz.  Bei Gämsen konnten wir sogenannte Kindergärten ausmachen, bei denen sich ein Weibchen der Gruppe um mehrere Jungtiere kümmert. Bei den Steinböcken waren außerdem noch nicht ausgewachsene Männchen aus vorangegangenen Jahren dabei. Insgesamt sind männliche Steinböcke geselliger und leben ebenfalls in Herden, die Männchen der Gämsen hingegen sind meist allein unterwegs.  

Das malerische Val Mora: Ein Paradies für Murmeltiere (und deren Beobachter)
Arbeit mit Vergnügen

Im Vordergrund stand zwar das wissenschaftliche Arbeiten, wozu auch ein Forschungsbericht, die graphische Darstellung und Auswertung der Daten und eine Präsentation gehörten, jedoch blieb auch genug Zeit, um sich auszutauschen und Freundschaften zu knüpfen – etwa beim Volleyball oder Kartenspielen und natürlich auch beim Wandern.

Ich habe die Zeit in der Schweiz sehr genossen und konnte schöne Naturbeobachtungen machen. Seien es spielende Murmeltierjunge und Steinböcke, seltene Falter-, Vogel-, Fledermaus- und Pflanzenarten oder der Sonnenaufgang am Berg, bei dem alle Müdigkeit vergessen wurde. Nun hoffe ich, dass die internationalen Kontakte noch lange bestehen bleiben…

Möchten Sie über weitere persönliche Einblicke und auch über „das Drumherum“ noch etwas mehr lesen, schauen Sie gern mal im Blog des Schweizer Jugend forscht vorbei. Dort durften eine andere Teilnehmerin und ich unsere Erlebnisberichte veröffentlichen. 

https://sjf.ch/ein-erfahrungsbericht-iwrw-2025-von-jessica-holland/